www.pferdundwagen.com 4/2025 Pferd & Wagen 63 Buch-Tipp „Benno von Achenbach“ Historiker Andres Furger hat sämtliche verfügbaren Quellen und Bilder zum Leben und Wirken Achenbachs zusammengetragen und ausgewertet. Herausgekommen ist ein Buch von rund 270 Seiten mit etwa 600 Bildern, es erscheint im Sommer 2025 und wird in einer beschränkten Auflage gedruckt. Bestellungen sind zu richten an: Andres Furger, Rue verte 9, F-68480 Oltingue – andresfurger@gmail.com (www.furger.eu) stiegen werden muss (s. S. 33). (Anmerkung der Redaktion: Aus Achenbachs Büchern geht hervor, dass nur dann links aufgestiegen wurde, wenn es rechts unmöglich war.) Bei englischer Anspannung müssen Vorderstränge und Ortscheite die Schraubenköpfe aufwärts haben. Man sieht auf diese Weise leicht, ob sich eine Schraube gelockert hat (s. S. 129). Beim Einschnallen der Stränge achte man genau darauf, dass die inneren Stränge stets wieder nach innen kommen, weil sie kürzer sind, außerdem durch unvermeidliches Reiben gegen die Stränge der Nebenpferde unansehnlich werden. Bei praktischen Geschirren werden die Spitzen der Innenstränge zum leichteren Erkennen abgestumpft. Außenhinterstrang 2-3 cm länger als der innere, Außenvorderstrang 5 cm länger als innere. Die Stränge Die Anspannung soll zwar kurz, aber nie so kurz sein, dass die Pferde dem Bockbrett zu nahe kommen und im Starken Trabe eine Berührung der Sprengwaage oder der Radreifen (auch bergab bei versagender Bremse) durch die Hinterbeine oder Hufe möglich wäre. Man achte genau darauf, ganz besonders bei einem unbekannten Wagen, an dem die Sprengwaage den Rädern sehr nahe ist. Ist fertig angespannt, so legt der Kutscher die Schürze in den Bockkasten, zieht Rock und Handschuhe an und setzt den Hut auf. Bevor der Kutscher vorfährt, sollte er sich noch einmal davon überzeugen, dass alle Geschirrteile richtig sitzen, die Leinen vorschriftsmäßig eingezogen und ausgedreht sind. Die durchgehende Leine nach außen, die mit der Schnalle am Ende links. Das Ausspannen Beim Ausspannen werden zuerst die Aufhalter lang geschnallt, um die Stränge abnehmen und über den Rücken legen zu können. Der Kutscher, langsam rückwärts gehend, führt die Pferde von der Deichsel weg, wenn sie gekoppelt sind. Er achte besonders darauf, dass kein anstoßen oder hängen bleiben an der Deichselbrille oder der Vorwaage stattfindet. Ist beim Vierspänner kein Bockdiener zugehen, um den Vorhang abzunehmen, so genügt es, bei englischer Anspannung, dass der Kutscher einen Seiten-Ortscheit abhängt und auf das Bockbrett legt. Die Vorderpferde dürfen nicht weggeführt werden, bis die Stangen Pferde auch dazu bereit sind. Außenleinen und Bauchgurte werden erst im Stalle losgeschnallt, um aus sich weggehende Pferde besser greifen zu können und zu verhindern, dass das Geschirr beim Schütteln der Pferde herunterrutscht, dass sie hineintreten, erschrecken, schlagen und alles zerreißen. En Aufsatzzügel löse man bei geschlossenen Kandaren zuletzt. Das Abschirren In den Stall zurückgekehrt, werden die Pferde in den Stand geführt und wie folgt abgeschirrt: Außenleine, Kinnkette, Nasen- und Kehlriemen werden gelöst, hierauf der Zaum abgenommen, die Leine ganz aus dem Geschirr gezogen und ordnungsgemäß am Standpfeiler aufgehängt, die Stränge aufgeschlagen, die Bauchgurten aufgeschnallt, der Schweifriemen abgenommen, der Kammdeckel auf dem linken Arm gehängt. Das Kummt wird mit beiden Händen bis zur dünnsten Stelle des Halses vorgezogen, umgedreht und behutsam in der Richtung der Mähnenlage über den Kopf gestreift. Bei Pferden mit Breitem Kopf müssen die Kummtbügeln aufgeschnallt, das Kummt später allein abgenommen werden, um Augenverletzungen zu verhüten. In der nächsten Ausgabe von Pferd & Wagen (5/2025) geht es in unserer Serie „Anspannen und Fahren“ um „Sitz und Verhalten des Kutschers auf dem Bock“. ■ Die erste Auflage von 1920 (oben) hatte ganze 176 redaktionelle Seiten weniger als die letzte fünfte Ausgabe von 1925.
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