DRFV-NEWS 60 Pferd & Wagen 4/2025 www.pferdundwagen.com Die Ausbildung und die Qualifikationsstufen der Reit- und Fahrtrainer sind vor über 20 Jahren für alle im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zusammengeschlossenen Sportarten vereinheitlicht worden. Aus dem früheren Fahrwart (FN) wurde der Trainer B/ Fahren, aus dem Amateurfahrlehrer (FN) der Trainer A. Die einmalige Prüfung, die an einer Landes-Fachschule oder einer von der FN beziehungsweise dem jeweiligen Landesverband speziell zugelassenen Ausbildungseinrichtung abzulegen ist, berechtigt sodann zur Beantragung der DOSB-Trainerlizenz für die jeweilige Stufe. Diese Trainerlizenz ist allerdings zeitlich befristet. Ihre Verlängerung erfordert die Ableistung von bestimmten Fortbildungseinheiten. Für die Trainer C und B sind das 15 Lerneinheiten (LE) innerhalb von vier Jahren, bei den Trainern A 15 LE in nur zwei Jahren. Die Fortbildungsangebote, die von der FN, den Landesverbänden oder anderen FN-Mitgliedsverbänden wie dem DRFV angeboten werden, sind verschiedenen Profilen zugeordnet, wobei von den 15 Pflichtstunden zehn aus den Profilen 1, 2 oder 3 stammen müssen. Was hat es mit den Fortbildungsprofilen auf sich? Profil 1: Fortbildung mit max. 30 Teilnehmern (ausschließlich Trainer), die aktiv eingebunden werden, zur Unterrichtserteilung bzw. „handlungsorientierten Vermittlung theoretischer Hintergründe“ Profil 2: Mentoring, individuelle „Face to Face“- Unterweisung durch besonders zugelassene Mentoren (Ernennung durch die Landesverbände) Profil 3: Seminare und Tagungen mit max. 150 Teilnehmern zu Unterrichtserteilung bzw. Reit- und Fahrlehrer Profil 4: Seminare (auch online) zu trainingsrelevanten Themen (Ausbildung, Gesundheit, Exterieurlehre, Geschirr- und Zäumungskunde etc.) Profil 5: Seminare der Landespferdesportverbände und sonstiger, vom LV anerkannter Träger (Erste Hilfe, Rhetorik, allgemeine Sportlehre, Sportgeschichte etc.) Angesichts der Tatsache, dass in den letzten Jahren etliche 4-Sterne-Fachschulen Fahren wegen der gestiegenen Anforderungen auf ihre Zulassung verzichtet oder den Fachschulbetrieb eingestellt haben und immer weniger Fahrtrainer ausgebildet werden (insbesondere Trainer A!), droht längst ein akuter Ausbildermangel. Für die Anmeldung einer Fahrabzeichenprüfung muss der Ausbilder jedoch eine Trainerprüfung mit gültiger DOSB-Lizenz nachweisen. Wer den Fahrsport an der Basis und in der Breite ausweiten und stärken will, braucht also Ausbilder, die uns derzeit mehr und mehr fehlen. Nach einer Umfrage der DRFV-Fachgruppe Fahren (www.wir-sind-Fahrer.de) sind fast 40 Prozent der ehemals erfolgreich geprüften Fahrtrainer aktuell nicht mehr im Besitz einer gültigen DOSB-Trainerlizenz – eine erschreckend große Zahl und ein Potenzial, das es zu nutzen gilt. Die Vorsitzende der DRFVFachgruppe Amateurausbilder, Huberta von Krosigk, sieht nicht etwa Desinteresse der Trainer als Hauptursache für diesen Missstand, sondern schlicht und einfach eine gewisse Nachlässigkeit in der regelmäßigen Fortbildung und bei der fristgerechten Prolongation der Lizenzverlängerung: „Vielleicht haben wir nicht deutlich genug gemacht, wie wichtig regelmäßige Wissens-Updates sind und welche Bedeutung das Lizenzsystem für die Qualitätssicherung in der pferdesportlichen Ausbildung und unser Ansehen in der Öffentlichkeit hat.“ Ist die Lizenz einmal abgelaufen, verfällt sie zwar nicht gänzlich, erfordert aber ein aufwendigeres „Nachsitzen“: nach einem „Refresher-Programm“ Ein Ausweg aus dem Trainermangel im Fahrsport Auch über die PM der FN werden Trainerseminare angeboten, meist aber nur in den Profilen 3 und 4, bei denen die Trainer nicht selbst aktiv werden, wie oben bei Vorführungen mit Wolle Lohrer. Foto: Thomas Sagkob
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