36 Pferd & Wagen 4/2025 www.pferdundwagen.com Fokus Bewegung, Ruhe und Befestigung In der Herdenhaltung sind das Befriedigen der individuellen Futter- und Ruhebedürfnisse und die Befestigung meist am herausforderndsten. Um für Bewegung zu sorgen, ist es nicht wichtig, dass die Fläche besonders groß ist, es kommt eher auf die Gestaltung durch die Elemente und die Fütterung an. In der Darbietung des Grundfutters liegt der wichtigste Baustein für eine artgerechte Bewegung in einer gesunden Körperhaltung. Die Fütterung an verschiedenen kleineren Futterstellen, die auch gern mal leergefressen werden dürfen, in Kombination mit Totholzhaufen oder Knabberhecken, sollte eine der ersten Überlegungen bei der Umgestaltung der Haltung sein. Diese Art der Fütterung bietet die Möglichkeit, auch bei rationiertem Grundfutter, was bei den meisten Pferden notwendig ist, um Übergewicht zu vermeiden, eine entspannte Atmosphäre in der Herde zu etablieren. Gleichzeitig ist es so eher möglich, die verschiedenen Futterbedarfe unter einen Hut zu bekommen. Empfehlenswert ist es, die Grundfuttermenge auf den Großteil der Pferde anzupassen und die „Ausnahmepferde“ zeitweise zu separieren, sprich bei einer Herde mit vielen „dicken“ Pferden die Heumenge auf diese anzupassen und die schlankeren separat zuzufüttern. Bei einer Herde mit vorwiegend schlanken Pferden sollte die Heufütterung auf diese angepasst werden, übergewichtige Pferde können zeitweise separiert werden, um die Futteraufnahme zu verringern. Bei dieser Konstellation kann es auch eine Lösung sein, die dünneren Pferde teilweise stationär zu füttern, während die dickeren viele Kleinstportionen verteilt auf größerer Fläche suchen müssen, um weniger zu fressen und sich dabei mehr zu bewegen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten die Fütterung zumindest teilweise zu automatisieren. Technische Lösungen wie Einwegtore oder zeitgesteuerte Tore können dabei helfen, die individuelle Fütterung zu steuern. Gleichzeitig ist es genauso wichtig, für Ruhezonen zu sorgen, in denen die Pferde sich entspannt ablegen können, um zu regenerieren. Wichtige Faktoren stellen die Größe und Beschaffenheit der Liegefläche, der Standort und die Herdenkonstellation dar. Grundsätzlich gilt: Je größer die Liegefläche, desto eher kommen die Pferde zur Ruhe. Die Befestigung ist nicht nur für die Pferde wichtig, sondern auch für die Bewirtschaftung. Besonders hochfrequentierte Bereiche müssen gut befestigt werden, sodass die Pferde sie das ganze Jahr hindurch nutzen können. In weniger genutzten Bereichen kann es auch oft ausreichen, mit Gefälle zu arbeiten. Das Aufschütten in Kombination mit der Ableitung des Wassers durch ein geschicktes Anlegen von Gräben, kann manche Bereiche auch ohne Befestigung sehr gut nutzbar machen. Circa 3–4 Meter breite Gassen, die mit Stecken und Litzen leicht gebaut werden können, laden die Herde zum Wandern ein, wenn am Ende auch ein interessantes Ziel auf sie wartet: beispielsweise eine Wasser-, Futter- oder Knabberstelle. Fotos: Kuenen/Kelly PFERDEHALTUNG
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxOTE2Ng==