www.pferdundwagen.com 4/2025 Pferd & Wagen 35 Wir unterscheiden Grundelemente, Erlebniselemente, Naturelemente und Permaelemente. Die Grundelemente sollten in jeder Pferdehaltung vorhanden sein. Dazu gehören Schutzmöglichkeiten, Schlaf- und Liegeflächen, Futter- und Wasserstellen, Wege und Bewegungsflächen, Befestigungen, Zäune, Heulager und Separees. Die Erlebniselemente gestalten den Pferdealltag abwechslungsreicher, ermöglichen artgerechtes Verhalten und regen vor allem zur Bewegung an. Sie können auch gezielt eingesetzt werden, um das Körpergefühl, die Beweglichkeit oder das Selbstbewusstsein eines Pferdes zu fördern. Das alles sorgt für weniger Verletzungsrisiko und mehr Zufriedenheit. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Raumteiler, Wälzplatz, Kratzbaum, Knabberhecke, Totholz, Sandberg, Hügel, Stufen oder Hindernisse, Kräuterbeet, Lecksteinbar oder auch eine Wasserfurt können beliebig miteinander kombiniert werden. Sie bereichern jeden Paddock, egal welcher Größe. Die Naturelemente unterstützen die Artenvielfalt, indem sie Lebensraum und Nahrungsquellen für andere Tiere und Pflanzen schaffen. Beispielsweise bieten sie Nistplätze und Unterschlupf, bilden Kleinklimazonen und schaffen so besonders artenreiche Randzonen und wertvolle Naturräume. Sie können innerhalb des Paddocks oder auch außerhalb angelegt werden. Hecken, Bäume, Steinhaufen oder -mauern, Blühflächen, Insektenhotels, Erdwälle, Nistkästen oder auch die Begrünung von Dachflächen und Fassaden machen jeden Stall zu einer besonderen Oase für Tiere und Menschen. Bei Bepflanzungen ist darauf zu achten, dass nur ungefährliche Pflanzen im Bereich der Pferde genutzt werden. Die Permaelemente leiten sich aus der Permakultur ab. Dieses Lebenskonzept umfasst wichtige Aspekte wie die Abfallvermeidung, Ressourcenschonung, Schaffung von Kreisläufen und das Erwirtschaften von Erträgen. Durch die Speicherung und Nutzung von Regenwasser, die Verwendung von Mist, Sonne und Wind, aber auch das Anlegen eines Nutzgartens, von Heubeeten oder einer gemütlichen Sitzecke kann nicht nur im Jetzt unsere Lebensqualität gesteigert, sondern auch ein Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit und eine bessere Zukunft geschaffen werden. Die Planung Je nach Ausgangssituation können die genannten Elemente beliebig miteinander kombiniert werden. Bei der Planung ergibt es Sinn, erst mal mit der Analyse der Ist-Situation zu starten. Was ist schon da? Welche Gegebenheiten bringen Standort und Grundstück mit? Welche individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten haben die Pferde oder auch die Menschen? Die Grundelemente stellen die Basis dar. Zeigen sich hier bereits Defizite, sollten diese als Erstes in den Fokus genommen werden. Darauf aufbauend können die weiteren Elemente nach und nach integriert werden. Oben: Zeitgesteuerte Fütterung lässt sich günstig mittels Hühnerklappen-Technik realisieren: Heusäcke fallen zu festen Zeiten herab. Mitte: Ein Fressbereich wird durch zeitgesteuerte Litzen zugänglich gemacht. Unten: Einwegtore sind praktisch, wenn einzelne Pferde in abgetrennten Bereichen Futter oder Weidezugang bekommen sollen. Sie können dann jederzeit zurück zur Herde, diese kann aber nicht hinein. Foto: Kuenen/Kelly
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