PW_4_2025

WANDERFAHREN 30 Pferd & Wagen 4/2025 www.pferdundwagen.com immer größer wurde. Auch Gabys Haflinger zeigten sich unbeeindruckt und widmeten sich lieber dem frischen Gras. So wurde die Pause kurzerhand verlängert. Da das Wetter herrlich war und es noch lange hell blieb, spannten sie erst am späten Nachmittag wieder an. Dann kam die böse Überraschung: Die geplante Fahrradroute, ein schöner asphaltierter Wirtschaftsweg, der auch für Autos freigegeben war, führte zunächst durch den Wald, doch drei Kilometer vor dem Ziel war dann plötzlich Schluss. Das Sackgassenschild, das 500 Meter vorher stand, hatten sie zwar gesehen, doch manchmal kann man mit dem Pollerschlüssel weiterfahren. Diesmal aber versperrte eine Schranke endgültig den Weg. Ein schmaler Saumpfad für Fußgänger und Radfahrer war die einzige Alternative, für Gespanne war sie jedoch unpassierbar. Also blieb nichts anderes übrig als umzudrehen. Die Hoffnung auf einen Poller kostete sie zehn Kilometer Umweg – und zwei Stunden zusätzliche Fahrzeit. Für die Mühen wurden sie jedoch auf der Wanderreitstation mit einem köstlichen Grillabend belohnt und konnten den Tag auf besonders gesellige Weise ausklingen lassen. Die nächste Etappe nach Wardenburg war mit nur 16 Kilometern zwar kurz, doch eines von Ingrids Ponys – die sonst unermüdliche Arbeiterin im Gespann – zeigte vorne links eine Schonhaltung. Offenbar war die vorherige Strecke nach Großenkneten zu lang gewesen. Daher fuhr Gaby mit dem Planwagen allein nach Wardenburg, während Ingrid alles auf den Pferdehänger mit Kutschenplattform verlud und die Ponys per Auto transportierte. Die Sorge war nun groß: Würde das Pony die Reise mit der Kutsche fortsetzen können? Nach einem zusätzlichen Ruhetag und intensiver Pflege lief das Pony wieder klar. Dennoch wurden die folgenden Tagesetappen vorsichtshalber auf maximal etwa 20 Kilometer begrenzt – andernfalls wäre das Pony erneut verladen worden. Weserüberquerung mit Hindernissen Die nächsten Stationen konnten dank persönlicher Kontakte schnell organisiert werden. Allerdings galt es, die geplante Route zu ändern: Statt weiter entlang der Luftlinie Richtung Cuxhaven zu fahren, war ein Abbiegen nach Südosten nötig. Der Grund: Nördlich von Bremen gibt es keine Möglichkeit, mit einer Kutsche die Weser zu überqueren – eine Fährüberfahrt wäre zu riskant gewesen, und die erste Brücke südlich, bei Achim, war wegen Bauarbeiten gesperrt. Die nächstgelegene erreichbare Brücke war deshalb die von Intschede nach Langwedel. Das bedeutete zwar einen deutlichen Umweg, da noch ausreichend Zeit zur Verfügung stand, konnte dieser jedoch problemlos eingeplant werden. Die Überquerung der Brücke bei Intschede wurde dann zu einem echten Erlebnis: Die Brücke ist einspurig und der Verkehr wird per Ampel geregelt. Als die Ampel auf Grün schaltete, musste Gaby losfahren, hatte jedoch mehrere Autos vor und einen Traktor hinter sich. Ihre Pferde waren nicht schnell genug und drei entgegenkommende Autos mussten zurücksetzen, um Platz zu machen. Ingrid hatte mehr Glück: Sie stand als Erste vor der Ampel und konnte im flotten Trab losfahren, sodass der Gegenverkehr sie und die hinter ihr fahrenden Autos schon frühzeitig sah und wartete, bis sie passiert hatten. Links: Wattwagenfahrt zur Insel Neuwerk. Rechts: Die spannende Fahrt über die Weserbrücke. Fotos: Archiv Kosten/Schwerter

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxOTE2Ng==