PW_4_2025

www.pferdundwagen.com 4/2025 Pferd & Wagen 29 Der Startpunkt der zweiten Etappe fiel auf den Vechtehof in Wettringen – und das nicht ohne Grund: Die Fahrerinnen hatten dort im vergangenen Jahr eine so herzliche Gastfreundschaft erfahren, dass sie ihren Aufbruch diesmal gern auf diesen Hof legten, auch wenn er noch vor Lingen, dem Endpunkt des ersten Abschnitts, lag. Und nachdem sie schließlich auch Lingen/Ems passiert hatten, betraten die Fahrerinnen unbekanntes Terrain. Ingrid wählte mit ihrem Ponygespann nicht immer die gleiche Strecke wie Gaby. Während Gaby mit dem Planwagen bevorzugt auf asphaltierten Wegen blieb, zog es Ingrid gelegentlich auf unbefestigte Wege. So entschied sie sich auf der Etappe von Wettrup nach Löningen für die kürzere Route über den Ort Russland und durch das Hahnenmoor, ein rund 620 Hektar großes Naturschutzgebiet im Emsland. Die besondere Atmosphäre im Moor, die absolute Stille und das Abenteuer, mit dem Trainingswagen über den Moordamm zu fahren, machten diese Passage für Ingrid zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bis Löningen waren alle Stationen von zu Hause aus geplant, einschließlich eines Ruhetags dort. Auf dem Ponyhof Woltermann gab es eine Wiese zum Campen und zum Abstecken der Paddocks, die etwa 700 Meter vom eigentlichen Stall entfernt lag. Da sie das im Vorfeld wussten, hatten sie ein Fahrrad dabei, das sich als äußerst praktisch erwies – etwa um schnell zur Toilette zu fahren. Ab Löningen galt es dann jeden Abend aufs Neue: Wie und wo findet man die nächste Station? Wie schon im Vorjahr half die Internetrecherche nach Reitställen oder Höfen im Umkreis des geplanten Etappenziels. Besonders hilfreich waren dabei Wanderreitstationen – entweder waren sie bereits bekannt oder sie wurden über die Karte auf www.wanderpfer.de gefunden, deren Partner die VFD ist. Abenteuer hinter Amerika Nachdem ihnen der Ort Russland vom Namen her noch gut im Gedächtnis geblieben war, erlebten sie hinter Amerika (zwischen Lindern und Großenkneten) das nächste Abenteuer. Etwa zehn Kilometer vor dem Tagesziel entdeckte Ingrid einen breiten, grasbewachsenen Seitenstreifen vor einem reifen Gerstenfeld, der sich ideal für eine Pause eignete. Die Ponys wurden ausgespannt, und Gaby wurde über den Pausenstopp informiert. Plötzlich näherte sich ein riesiger Mähdrescher, fuhr die Straße entlang und begann am Ende des Feldes mit der Ernte. Obwohl Ingrid die Situation zunächst beunruhigte, blieben ihre Ponys gelassen – drei Meter Abstand zum arbeitenden Mähdrescher reichten ihnen aus. Nach über einer Stunde traf schließlich auch Gaby ein, die sich unterwegs verfahren hatte und deshalb etwa eine halbe Stunde länger gebraucht hatte. Inzwischen war der Mähdrescher bereits mehrfach dicht an ihnen vorbeigefahren, wobei der Abstand rtengrundlagen: outdooractive Kartografie; ©OpenStreetMap (www.openstreetmap.org) Das Ziel zweier Wanderfahrerinnen ... Teil 2: Ankunft in Cuxhaven Ingrid Corsten, VFD-Reit- und Fahrlehrerin, und Freundin Gaby Schwerter, VFD-Reitlehrerin unternahmen eine mehrteilige Wanderfahrt von Brüggen am Niederrhein bis an die Nordsee. Im Jahr 2023 bewältigten sie den ersten Abschnitt bis Lingen (siehe Pferd & Wagen, Ausgabe 3/2025), 2024 folgte der zweite Teil der Strecke. Text: Dr. Jeannette Waldhausen

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxOTE2Ng==