PW_4_2025

PORTRÄT Patricia Großerichter 24 Pferd & Wagen 4/2025 www.pferdundwagen.com mals gab es noch wenige Angebote für therapeutisches Reiten und meine Mutter hat mich dann elf Jahre lang geduldig zu einer Reitschule in Wohld bei Badbergen gefahren“, lacht sie. Und dort war es nie mit der Reitstunde getan, denn Patricia wollte immer auch das Pferd vorher fertigmachen und anschließend versorgen. Das ging schließlich so gut, dass sie nicht nur das allein schaffte und die Ponys in allen Gangarten ritt, sondern sich auch um andere Schüler mitkümmerte. Warum ihre Leidenschaft für Pferde von Anfang an so ausgeprägt war, lässt sich nicht genau sagen, da beide Eltern nichts mit Pferden zu tun hatten. „Aber mein Urgroßvater väterlicherseits war Fuhrmann und der Urgroßvater mütterlicherseits bei der Kavallerie“, erzählt sie, vielleicht hat das einen Einfluss gehabt …“ Als Jugendliche wurden Patricias Beeinträchtigungen nach mehreren Operationen größer. Und während andere beim Reiten Fortschritte machten, musste sie Rückschritte hinnehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich mit dem Fahren nur am Rande einmal beschäftigt, nun begann sie aber, sich dafür zu interessieren. Denn eins war klar: Ein Leben ohne Pferde würde es für sie nicht geben. Sie begleitete eine Mitschülerin, die in Lohne Fahrpferde ritt, schaute sich ein Fahrturnier in Holdorf an. Und dann vermittelte ihr die Frau des Vereinsvorsitzenden den Kontakt zu Peter Borgmann, der ihr anbot, das Fahren doch einfach mal auszuprobieren. Der Funke war übergesprungen – und mit Peter Borgmann der erste Fahrlehrer gefunden. Dieser stellte den Kontakt zu Heiner Lehrter her, der Patricia zur Interessengemeinschaft der Fahrer mit Behinderung (siehe Kasten) mitnahm. Von Heiner Lehrter erwarb sie dann auch ihr erstes Pony Dornik Star. Der kleine Fuchs war dem erfolgreichen Fahrer und Richter „zu brav“. Das war perfekt für Patricia, die von Anfang an ein Pony nicht nur zum Spazierenfahren, sondern für den Einstieg in den Turniersport suchte. Mit „Dorni“ fuhr sie von E bis S auch im Regelsport. „Mein großer Wunsch war eine S-Platzierung, und die hat er mir dann geschenkt“, freut sie sich. Heute ist der Zwanzigjährige in Rente – gesundheitsbedingt, denn zu einem Equiden Asthma Links: Galopparbeit vor dem Wagen macht Gentle-Man locker. Rechts: Dornik Star wird noch regelmäßig bewegt. Fotos: Anja Sagkob

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