www.pferdundwagen.com 4/2025 Pferd & Wagen 21 Galopparbeit – Schwungentwicklung auf höchstem Niveau Auch für Fahrpferde ist Galopparbeit essenziell. Der Galopp besitzt mit seiner dynamischen Phasenstruktur (Einbeinstütze, Dreibeinstütze, Schwebephase) das höchste Schwungpotenzial. Diese Arbeit kann an der Longe, Doppellonge oder unter dem Sattel erfolgen und sollte viele Übergänge enthalten. Diese fördern die Losgelassenheit und fordern gezielt die Lastaufnahme über die Hinterhand. Schwung durch Tempounterschiede Tempowechsel im Trab auf gebogenen Linien gefahren schulen ebenfalls gezielt die Hinterhand: zulegen, auffangen, erneut zulegen – und stets darauf achten, dass das Pferd nicht eilig wird. Ein schwungvoller, kraftvoller Schub bedeutet nicht Geschwindigkeit. Hilfengebung Treiben Sie immer von hinten nach vorn an die äußere Leine (diagonale Hilfengebung). Vermeiden Sie eine zu starke Einwirkung auf die innere Leine, da dies die Bewegungsfreiheit der Hinterhand einschränkt. Beim Rückführen in ein langsameres Tempo helfen halbe Paraden. Auf Stimme sollte verzichtet werden, um die Hinterhand aktiv zu halten. Trainingshäufigkeit und Abwechslung Ein sinnvoller Trainingsrhythmus umfasst zwei bis drei Einheiten pro Woche mit mindestens zwei Tagen Pause dazwischen zur Muskelregeneration. Die Inhalte sollten abwechslungsreich sein: Fahren auf dem Platz, Gelände, Longieren und (falls möglich) Reiten ergänzen sich ideal. Fazit Der Aufbau von Schubkraft und Schwung ist ein systematischer Prozess, der Geduld, Gespür und einen strukturierten Trainingsplan erfordert. Im Zentrum steht dabei immer die aktive Hinterhand – denn sie ist die treibende Kraft für ein gesundes, leistungsfähiges Fahrpferd. ■ Die Arbeit über Cavaletti-Stangen bewirkt so einiges: Die Rückenmuskulatur wird elastischer, die Hebemuskulatur gestärkt und das Abfußen der Hinterhand energischer. Zudem werden Trittsicherheit und Koordination geschult. Flache Auflagen reichen dafür völlig aus. Kein Training ohne regelmäßiges Dehnen nach vorwärts-abwärts. Das Pferd entspannt dabei die Rückenmuskulatur und vor allem auch die Halsmuskulatur, da der Druck von der Zunge wegkommt.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxOTE2Ng==