PW_4_2025

TRAINING 20 Pferd & Wagen 4/2025 www.pferdundwagen.com Eine freier Rücken ist für das Training essenziell: Nur ein elastischer Rücken erlaubt ein energisches Unterfußen der Hinterhand. Auch hier gilt: Anlehnung und Losgelassenheit dürfen zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt werden. Zusätzliche Impulse durch Longe und Cavaletti Als Ergänzung zur Arbeit vor dem Wagen eignen sich Übungen an der Longe/Doppellonge über flach aufgelegte Cavaletti-Stangen, denn diese fördern: y die Rückenaktivität, y die Hebemuskulatur, y das kraftvolle Abfußen der Hinterhand sowie y Trittsicherheit und Koordination. Dosierung und Pausen Gerade bei jungen Pferden kann man bei der Entwicklung ihrer Kraft und Kondition viel verkehrt machen. Anzeichen von Überforderung können sich durch Taktunreinheiten oder verstärktes Abstützen auf dem Gebiss äußern. Daher sind regelmäßige Schrittpausen ein Muss – verbunden mit der Möglichkeit zum Dehnen in die Vorwärts-abwärtsHaltung, um Verspannungen in Rücken und Hals zu lösen. Übergänge vom Trab in den Schritt sollten weich gefahren werden. Halbe Paraden bereiten das Pferd darauf vor, gefolgt von einer Verlängerung des Leinenmaßes zur Rahmenerweiterung, ohne die Verbindung zu verlieren. So bleibt der Takt stabil. Auch im Schritt muss der Fleiß erhalten bleiben. Intervalle im Gelände Ein bewährtes Konzept zur Förderung von Kraft, Ausdauer und Schwung im Gelände ist das Intervalltraining: eine Minute Schritt, zwei Minuten Gebrauchstrab mit insgesamt vier Intervallen. Bei mangelnder Kraft wird die Trabdauer auf eine Minute reduziert, die Schrittpausen bleiben gleich. Nach drei bis vier Wochen kann die Trabzeit wieder verlängert werden. Das Training im Gelände bietet gegenüber dem Training auf dem Platz mentale Abwechslung. Doch bei guckigen Pferden ist zunächst ein routiniertes Zweitpferd an der Seite, das Sicherheit vermittelt, ein großer Vorteil. Oben: Über Tempo zu fahren, ist kontraproduktiv und führt in der Regel nur zur Überforderung und Verspannung des Pferdes. Unten: Achtung, nicht zu eng machen! Bei Rückführungen hat es sich bewährt, das Pferd durch Annehmen und Nachgeben gefühlvoll in die halben Paraden zu treiben, damit die Hinterhand aktiv bleibt. Hier ist das Pferd schon etwas zu eng, die Hinterhand wird schleppend.

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