PW_4_2025

www.pferdundwagen.com 4/2025 Pferd & Wagen 13 Benötigte Ausrüstung Kappzaum/Trense mit Gebiss, Führseil und Gerte Vorbereitung Positionieren Sie sich auf Schulterhöhe seitlich neben dem Pferd. Das Führseil wird knapp unterhalb des Gebissrings gefasst, der Arm bleibt locker und leicht gebeugt. In der äußeren Hand führen Sie die Gerte. Ausführung Bewegen Sie sich im Schritt auf einem Zirkel. Durch feine Impulse am Führseil wird das Pferd sanft nach innen gestellt, wobei eine korrekte, natürliche Biegung erhalten bleiben muss. Dann heben Sie die Führhand, ohne dabei Druck aufs Pferdemaul auszuüben. Sobald das Pferd leckt, kaut und das Genick entspannt, senkt man die Führhand und lobt das Pferd. Eine Überstellung oder ein Verbiegen des Halses ist dabei zu vermeiden. Zur Einleitung der seitlichen Verschiebung (Übertreten) drehen Sie Ihren Oberkörper minimal gegen die Bewegungsrichtung zum Pferd hin. Achten Sie dabei auf eine konstante Position auf Höhe des Pferdekopfes und etwas Abstand. Die Gerte wird waagerecht in Richtung des inneren Hinterbeins ausgerichtet. Im Moment des Abfußens wird das Pferd leicht oberhalb des Knies am Oberschenkel touchiert, um die seitliche Bewegung zu unterstützen. Dieser Touchierpunkt begünstigt das Übertreten mit Vorwärtsbewegung bei gleichzeitiger Verstärkung der Hankenbeugung. Zielsetzung Das Pferd soll auf minimalen Reiz seitlich ausweichen und die Beine korrekt kreuzen. Reagiert das Pferd richtig, ist eine unmittelbare positive Verstärkung durch Lob und eine kurze Pause (Senkung der Gerte) wichtig. Wiederholung Die Übung sollte drei- bis viermal erfolgen, anschließend Handwechsel. Hinweis Eine ruhige Hilfengebung und konsequente, aber feinfühlige Wiederholung fördern die korrekte Ausführung und tragen zur gymnastizierenden Wirkung der Übung bei. Dabei werden sowohl die Muskelgruppen, die die Gliedmaßen vom Körper wegführen (Abduktoren), als auch jene, die sie heranziehen (Adduktoren), aktiviert. Besonders wichtig ist die Mobilisation des Iliosakralgelenks (Verbindung zwischen Becken und Wirbelsäule) sowie die Dehnung der großen Rückenfaszie (Fascia thoracolumbalis). Diese Strukturen spielen eine zentrale Rolle für die Beweglichkeit der Hinterhand und die Stabilität des Rückens. Durch regelmäßiges Training des seitlichen Übertretens werden Verspannungen gelöst, die Beweglichkeit des Beckens verbessert und eine gleichmäßige Belastung auf beide Körperseiten unterstützt. Fazit Gezielte Techniken wie Abkauübungen und seitliches Übertreten sind also sehr wertvolle Instrumente, um die körperliche Balance und Beweglichkeit des Pferdes zu fördern. Durch die Entspannung von Kiefer, Hals, Rücken und Kruppe wird nicht nur die Muskulatur gelockert, sondern auch die natürliche Bewegungskoordination verbessert. Damit tragen diese Methoden entscheidend zur Gesunderhaltung und Leistungssteigerung sowie zum allgemeinen Wohlbefinden des Pferdes bei. Eine regelmäßige Integration in das Training unterstützt die langfristige Gesunderhaltung des Bewegungsapparats und kann so möglichen Verschleißerscheinungen vorbeugen.  Für die seitliche Verschiebung drehen Sie Ihren Oberkörper etwas gegen die Bewegungsrichtung zum Pferd. Die Gerte wird waagrecht in Richtung des inneren Hinterbeins ausgerichtet und touchiert oberhalb des Knies im Moment des Abfußens.

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