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Hunderte von Zuschauern sahen einen spannenden Wettkampf, der mit dem Sieg von Heinrich Faßbender und seiner Freibergerstute Irene (RFV Zellertal-Donnersberg) zu Ende ging. Er freute sich besonders, hatte er doch im letzten Jahr um wenige Sekunden gegen Georg Müller vom Gastgeberverein verloren. Dier Vorsitzende des pfälzischen Pferdesportverbands, Brigitte Seidler, sorgte für die Meisterschärpe. Georg Müller sicherte sich Platz 2 und 3, in der Meisterschaftswertung lag er mit seinem Metador diesmal hinter Faßbender auf dem Silberplatz. Bronze dann für den immer wieder super herausgebrachten Schwarzwälder Fuchs Hengst Ronny mit seinem Fuhrmann Reinhardt Dirk (Pferdefahrsport Westpfalz). Auf dem 5. Platz der inzwischen erfahrene Youngster Alexander Schmitt (17) mit seiner selbst ausgebildeten Comtois-Stute Isabelle, dem der Wendeplatz die Zeit zur Platzierung stahl. Der junge Mann war Mitglied der Jugendfahrschule und hat sich der Arbeit mit seiner Isabelle verschrieben. Die Rheinhessen Harald Holla und Ottmar Neuberger nutzten den Wettbewerb auch zur Vorbereitung auf die erstmalig stattfindenden Rheinhessen-Meisterschaften am Folgewochenende. Neben den Genannten nahmen weitere bekannte Gesichter mit ihren Warmblütern am Wettbewerb teil, Christine und Walter Zeh haben sich fast jedes Jahr beteiligt. Neu dabei Andrea Gormann-Kaiser, die nach viel zu engem Einstieg ins erste Hindernis und einem Sturz ihres Schleswigers aufgab.

Ein kurzer Aufreger endete glimpflich und führte anschließend zum Schmunzeln. Der mächtige Noriker-Hengst Schneevulkan an der Hand seines Fuhrmanns Egon Socoly (FSV KL-Land) fand den Wendeplatz viel zu eng und sprang beherzt auf den angrenzenden rund 70 cm hohen Plateau-Aussprung. Nachdem der Stamm ab- und wieder angehängt war, erreichten Hengst und Pferdeführer das nahe Ziel ganz sicher. Schneevulkan konnte durch diese Aktion mit gängigen Vorurteilen über Kaltblutpferde aufräumen und sorgte für eine kurze sportliche Einlage der flüchtenden Turnierhelfer, die sich auf dem Plateausprung mit Kind und Kegel – aber auch mit Sanitätern – aufhielten. Es blieb bei einer kurzen Schrecksekunde einem bewundernden „Donnerwetter, der springt ja prima!“ und der Headline in der Regionalausgabe der RHEINPFALZ: „Trotz 800 kg wendig wie eine Sch lange“.

Die Art der Präsentation gibt den Zuschauern eine Ahnung davon, was dem Arbeitspferd früher abverlangt wurde. Dass heute Rückepferde und ihre Fuhrleute eine Renaissance erleben, hört so mancher das erste Mal. Traditionell ist der Holzrücke-Wettbewerb des Fahrsportvereins KL-Land (der zehnte in 10 Jahren Vereinsgeschichte) eine der seltenen Gelegenheiten, unterschiedliche Pferderassen bei weniger bekannter Arbeit beobachten zu können. Vor allem die Vielfalt der Kaltblutpferderassen und des möglichen Einsatzes als Reit-, Fahr- und Arbeitspferd beeindruckt. Die relativ offene Gestaltung des Geländes und des Ablaufs ermöglicht Dialoge zwischen Pferdebesitzern, Konkurrenten und Zuschauen und bietet so eine Chance, das Kulturgut „Arbeiten mit dem Pferd“ lebendig zu halten. Der Austausch über in der Ausrüstungsgegenstände, deren historische Wurzeln und Zweckbestimmung sorgt dabei für zusätzliche Anregungen für Geschirrbauer und –nutzer. Mit Verzierungen gearbeitete Geschirrteile folgen alten Traditionen und sind weit mehr als bloße Eyecatcher.

Alexander Schneider, Gerd Bastian, die Eheleute Klette und Reinhardt halfen durch ihr Richterurteil bzw. beherztes Handanlegen mit, einen wunderbaren Nachmittag für Aktive und Zuschauer zu gestalten- Besonderer Dank gilt Wilfried Reinhardt, der dem Fahrsportverein Kaiserslautern-Land ein nagelneues extrabreites Ortscheit zur Verfügung gestellt hat, das während der Prüfung seinen Dienst angetreten hat.

Am Vormittag fanden in lockerer Atmosphäre die vereinsinternen Meisterschaften des Fahrsportvereins KL-Land statt. Ein mittelschweres Hindernisfahren des erfahrenen Vereinsvorsitzenden, Parcoursbauers, Richters und Veranstalters Alexander Schneider bescherte der amtierenden alten und neuen 1-Spänner-Landesmeisterin Anja Zoske den Vereinsmeister-Titel der Einspänner. Bei den Zweispännern hatte Patrick Braun mit seinen beiden Classic Ponys die Nasen vorn und den Titel in der Hand. Besonders schön: Ganz junge Mitglieder der vereinseigenen Kinder-und Jugendfahrschule fuhren ihren ersten Kegelparcours, frisch eingefahrene Ponys machten ihre ersten Erfahrungen, Absolventen des Fahrabzeichenlehrgangs im Winter 2009/2010 waren ebenso dabei wie ältere Hasen „Für diese Meisterschaft geben wir uns genau so viel Mühe, wie für Holzrücken, Pfalzmeisterschaften oder andere Championate. Das macht allen Spaß und fördert das gemeinsame Miteinander!“ befinden Vorstandsmitglieder und Teilnehmende und mithelfende Vereinsmitglieder im 10. Jubiläumsjahr des jungen Vereins., der als erfolgreichster Fahrsportverein in Rheinland-Pfalz gefeiert wird.
Anja Zoske

Fahrsport Lessing