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„Das war eine tolle Veranstaltung mit sehr guten Leistungen der Teilnehmer, da kann sich so mancher Erwachsener eine Scheibe von Abschneiden, besonders im Bezug auf das saubere Hufschlagfigurenfahren oder das Herausbringen der Pferde“, sagte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring), der seit diesem Jahr für den Jugend-Fahrsport zuständig ist. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften für Nachwuchsfahrer, die jünger als 25 Jahre sein mussten, ging der Titel bei den Pony-Einspännern an Susanne Rachner (Weichering), die in allen Teilprüfungen zu überzeugen wusste. Nach einem dritten Platz in der Dressur und Platz vier im Gelände konnte sie sich einen Abwurf in dem von Parcourschef Wilhelm Wörner aus Brensbach kreierten und nicht einfachen Parcours leisten. Hinzu kam, dass ihre größte Konkurrentin, Sarah Ruckert aus Hessen, sich neben einem Abwurf auch noch eine leichte Zeitüberschreitung leistete. Nach Platz zwei in der Dressur und im Gelände gab es für Rica Rethmeier (Leopoldshöhe) nach 6,5 Punkten im Kegelparcours die Bronzemedaille. Der Abstand zur viertplatzierten Pia Grundmann (Bergkamen) betrug nur ganze 0,02 Punkte.

Bei den Pony-Zweispännern gab es einen Startzielsieg des Bayern Maximilian Forster (Bad Feilnbach). Er hatte die Dressur überlegen vor Marco Freund aus Dreieich, Sohn des mehrfachen Vierspänner-Weltmeisters Michael Freund, und Thomas Schuppert (Kremkau) gewonnen. Auch nach einem 15. Platz im Gelände behielt er die Führung in dem 34 Teilnehmer umfassenden Starterfeld. Eine souveräne abschließende Nullrunde sicherte dem jungen Bayern den Titel vor Thomas Schuppert und Fabian Gänsehirt (Meißenheim). Die Mitfavoriten Marco Freund und auch Sven Kneifel (Wunstorf) kippten im Gelände um, aber beide Stürze blieben ohne ernsthafte Folgen für Ponys und Besatzung. Auf Platz vier, knapp an einer Medaille vorbei, platzierte sich die Hessin Nina Schäfer.

Die erste Titelträgerin bei den Einspännerpferden ist Katja Helpertz (Mohnheim), die im Hindernisfahren die bis dahin führende Christin Schlubeck (Bülstringen) noch abfing. Katja Helpertz siegte durch ihre Nullrunde im Kegelparcours mit insgesamt 99,51 Punkten vor Christin Schlubeck, die durch 1,08 Strafpunkten wegen Zeitüberschreitung auf insgesamt 100,59 Punkte kam. Platz drei ging an Bianca Kühn (Hagen) mit 102,71 Punkten.

Überlegen fiel der Titelgewinn bei den Zweispännerpferden für Carola Diener (Lähden) aus. Die Stallmeisterin des mehrfachen Vierspännerweltmeisters Christoph Sandmann hatte am Ende einen satten Vorsprung von über zehn Punkten auf den zweitplatzierten Sven Kunkel (Otzberg) und den Bronzemedaillengewinner Daniel Stötzer (Kühnhausen). In einer überragenden Dressur legte Carola Diener den Grundstein für ihren Erfolg. Im Gelände verwaltete sie diesen Vorsprung mit Geschick und ihre abschließende fehlerfreie Fahrt im Kegelparcours rundete ihren spektakulären Auftritt ab. Auch Sven Kunkel und Daniel Stötzer waren bereits in der Dressur weit vorne zu finden und hielten ihre Positionen im Spitzenfeld auch nach dem Gelände. Beide kamen mit nur einem Abwurf aus dem Parcours und zogen damit an den vor dem Hindernisfahren vor ihnen liegenden Jacqueline Heinecke (Bösdorf/12 Strafpunkte/Platz zehn) und auch Anna Sandmann (Lähden) vorbei. Die Tochter von Christoph Sandmann kam mit sechs Punkten aus dem Parcours und fiel damit von Platz zwei auf den fünften Rang zurück.

Den von Jürgen Matthies gestifteten Länderpokal gewann das Team aus Bayern in der Besetzung Jana Wehr, Susanne Rachner, Maximilian Forster und Katharina Dam. Hessen und Sachsen-Anhalt folgten in der Mannschaftswertung auf den Plätzen zwei und drei. Insgesamt neun Ländermannschaften waren bei der DJM in Viernheim am Start. Die Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaften mussten die Dressur, Gelände- und Hindernisfahren in der Klasse M absolvieren.

Bei dem in der Klasse A ausgetragenen  Bundesnachwuchschampionat, für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, ging der Titel bei den Pony-Einspännern an die 15-jährige Kerstin Möllers (Emsdetten), die vor allem ein überragendes Gelände fuhr. In jedem Hindernis gab es für die junge Fahrerin aus Westfalen die Bestzeit. Silber ging an die 14-jährige Anne-Marie Schulz (Mechau), die ihre stärksten Auftritte bei ihrem Sieg im Hindernisfahren hatte. Henrik Thiemann (Saerbeck) holte sich Bronze. Der Sohn des mehrfachen Deutschen Meisters der Pony-Vierspänner war in allen Teilprüfungen immer ganz vorne zu finden.

Neben den üblichen Prüfungen Dressur, Gelände und Hindernisfahren mussten die Teilnehmer noch einen Theorietest absolvieren und ein Pferd oder Pony vormustern. Auch diese Aufgaben wurden beurteilt und flossen in die Wertung der Kombinierten Prüfung ein.

„Die Jugendlichen waren hervorragend vorbereitet, einige Landesverbände hatten sich im Vorfeld extra Hilfe von den Jungzüchtern für das Vormustern geholt“, erklärte Geiger. „Schade war dagegen, dass die Richter dem Vormustern mehr Beachtung hätten schenken können. Viele Kinder waren morgens schon sehr früh aufgestanden, nur um ihre Ponys und Pferde zu striegeln und perfekt herauszubringen.“

Bei den Einspännerpferden gab es eine bayrische Dominanz durch die Siegerin Judith Scheiter (Leidersbach) und die zweitplatzierte Anika Geiger (Rechtmehring), Tochter des neuen Bundestrainers. Beide hatten ganz starke Auftritte in der Dressur. Bronze ging an den erst elfjährigen Pascal Bublitz (Georgsmarienhütte), er war der Schnellste im Gelände. Gold ging an Rene Jeurink (Hoogstede) bei den Pony-Zweispännern. Der Sieg im Gelände und ein zweiter Platz in der Dressur war die Grundlage seines Erfolges. Dressursiegerin Miriam Kampmann (Essen) rette ihre Silbermedaille knapp vor Julius Demandt (Schacht-Audorf) ins Ziel. Ein Hauch von zwei Punkten trennte die beiden am Ende.

Acht Mannschaften bewarben sich um den Sieg im Länderpokal. Westfalen holte sich in der Besetzung Kerstin Möllers, Henrik Thiemann und Alexander Wiederhold (Greven) den Sieg vor den Teams aus Sachsen-Anhalt und Weser-Ems. Den von dem Verein zur Förderung des Jugendfahrsportes gestifteten „Horsemanship Preis" vergab das Richterkollegium beim Nachwuchschampionat an Luisa Sandmann (Walternienburg) und bei den DJM an Titelgewinnerin Katja Helpertz aus dem Rheinland. Beide überzeugten in ihrem Umgang mit den Pferden und durch vorbildliche Arbeit auf dem Vorbereitungsplatz.

Insgesamt 168 Nennungen hatte der Veranstalter erhalten und es gingen 126 Teilnehmer in Viernheim an den Start. Die Medaillen übergaben Felix Auracher (Lauchheim), Vorsitzender des Ausschuss Fahren des Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) und Dr. Franz Josef Vetter (Jülich), ebenfalls Mitglied im Fahrausschuss. Der frisch gebackene Doppelweltmeister der Einspänner und Viernheimer Vereinsmitglied Thorsten Zarembowicz und der mehrfache Vierspänner-Weltmeister Michael Freund legten den jeweiligen Titelträgern die Schärpen an. (fn-press/Rudolf Temporini/evw)

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