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Das deutsche Team war bereits nach der Dressur in Führung gegangen und hatte auch nach dem Gelände noch knapp mit 3,52 Punkten vor den Niederländern geführt. „Das ist aber gar nichts, so wir hier die Bälle rollen", sagte Bundestrainer und Equipechef Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring) während des Kegelfahrens. Als erster Mannschaftsfahrer musste Stefan Schottmüller in den Hindernisparcours. Bis dahin hatte es erst eine einzige fehlerfreie Runde gegeben, da die Zeit so knapp war, dass einige zwar ohne Abwurf, aber die wenigsten in der erlaubten Zeit von 176 Sekunden blieben. Schottmüller war bis Hindernis 13 gut unterwegs, dann gelang ihm eine enge Wendung nicht, das rechte Pferd sperrte sich, ging in die Luft. Er musste eine Volte fahren und beendete den Parcours zwar ohne einen einzigen gefallenen Ball, kam aber auf 8,16 Fehler wegen Zeitüberschreitung. „Ich hätte einfach über den Kegel drüber fahren sollen, dann hätte ich die Zeit geschafft und nur drei Strafpunkte für den Fehler kassiert", überlegte Schottmüller nachher.
Hans-Georg Schröder beendete den Kegelparcours mit sechs Fehlern, hatte nur einen Ball, aber zusätzlich ein Schild an einem Hindernis umgefahren – das kostete auch drei Punkte. Aber die Niederländer machten auch Fehler und noch bevor Sebastian Warneck, der als als Letzter starten musste, überhaupt an der Reihe gewesen war, stand fest, dass Deutschland gewonnen hat. „Das war schon Nervenkitzel, ich bin jetzt aber sehr zufrieden", sagte Geiger, der mit diesem Sieg einen erfolgreichen Einstand in seinem ersten Jahr als Bundestrainer gab.
Der Sieg in der Einzelwertung war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sebastian Warneck und Reinhard Burggraf (Geretsried), das am Ende Burggraf für sich entschied. „Dressur, Gelände, Kegelfahren – es wurde immer besser und besser", sagte Burggraf nach seinem Sieg.
Mit Platz vier in der Dressur und Platz zwei im Gelände war er als zweitletzter Starter in den Kegelparcours gestartet. Er blieb fehlerfrei in der knapp bemessenen Zeit. Das hatte zuvor nur der Ungar Tibor Nagy geschafft, der sogar erst am Ziel vorbei gefahren war und unter dem lautstarken Geschrei des Publikums noch eine Volte fahren musste, um das Ziel beim zweiten Versuch zu erreichen. Nagy beendete dennoch den Kurs in der vorgegebenen Zeit und das Publikum jubelte.
Mit seiner sauberen Runde setzte Burggraf als zweitletzter Starte dann den bis dahin Führenden Sebastian Warneck stark unter Druck. Der Vorsprung von Warneck betrug nur 0,68 Punkte, er durfte sich also auch keine Fehler erlauben. Warneck, der amtierende Deutsche Meister, startete in Riesenbeck bei seinem ersten großen Turnier in diesem Jahr, denn er hatte zuvor wegen seines Staatsexamens pausiert. Er zeigte aber bereits in der Dressur, dass er und seine Pferde topfit sind und führte nach einem überlegenen Dressur-Sieg und Platz elf im Gelände. An Hindernis 13 passierte es dann – ein Ball fiel vom Kegel. Ein Raunen ging durch das Publikum und die ersten Gratulanten machten sich auf den Weg zum Gespann von Burggraf. Freudestrahlend, wenn auch mit leicht verzerrten Gesichtszügen nahm er die Glückwünsche entgegen. Denn trotz des Sieges war nicht alles glatt gelaufen. Nach dem Gelände hatte er von seinem Marathonwagen absteigen wollen, rutschte ab und stürzte. „Zum Glück hatte ich die Schutzweste an, aber ich bin auch aufs Gesicht gefallen“, sagte Burggraf. Mit einer geschwollenen Lippe musste er dann am nächsten Tag ins Kegelfahren. „Ich habe mich den ganzen Tag nur von Joghurt ernährt, aber man kann anscheinend trotzdem gewinnen“, lachte er. Platz drei ging an den Niederländer Rini Rutjens. Hans-Georg Schröder platzierte sich auf Rang acht, Stefan Schottmüller verpasste mit Rang elf knapp eine Platzierung. (fn-press/evw) |
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