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Und das schaffte schon die 24-jährige Mareike Harm, die nach Dressur und Gelände auf Platz vier lag und die Einzel-Medaillen auch noch in greifbarer Nähe hatte. Beim Kegelfahren kam sie aber auf 14,48 Strafpunkte und rutschte in der Einzelwertung auf Platz zwölf. Auf dem Weg von Hindernis 13 zu 14 zog ihre Stute Do Marina zum falschen Hindernis, sie konnte das Durchfahren im letzten Moment verhindern, aber sie fuhr ein Schild um. Zu den drei Fehlerpunkten kamen dafür noch zehn Strafsekunden hinzu. Aber die Mannschafts-Goldmedaille war damit dennoch schon sicher.
Zarembowicz, der nach seiner überragenden Dressur und dem Gelände mit zehn Punkten Vorsprung führte und somit als letzter Starter in den Kegelparcours fuhr, kämpfte somit „nur" noch für die Einzel-Goldmedaille. „Mit der Anspannung ging es eigentlich, bis ich eingefahren bin", erzählte der 31-Jährige nachher. Dadurch dass der auf Platz zwei liegende Italiener Cristiano Cividini auf 7,74 Punkte kam, wuchs der Vorsprung von Zarembowicz, der sich vorher schon drei Bälle hätte erlauben können, sogar noch weiter. Als bei Zarembowicz dann im Kegelparcours der zweite Ball fiel, da wurde es doch noch spannend. „Sunrise ist erst acht Jahre und noch relativ unerfahren und daher nicht immer so beständig im Kegelfahren." Am letzten Hindernis fiel dann ein dritter Ball und am Ende kam er auf 10,86 Punkte für drei Bälle und Zeitüberschreitung – aber es reichte für den WM-Titel. „Auf Gold mit der Mannschaft haben wir schon ein bisschen gehofft, aber der Einzeltitel ist natürlich noch eine super Zugabe", freute er sich. Am Ende kam er auf 119,05 Punkte.
Einzelfahrer Christoph Dieker (Gescher), der mit FST Elmor nach Dressur und Gelände auf Platz zehn lag, machte durch das Kegelfahren einige Plätze gut und beendete die WM als zweitbester Deutscher auf Platz sechs. Er kam im Kegelfahren auf 6,56 Punkte für zwei Bälle und Zeitfehler. Ebenfalls zwei Bälle fielen auch bei dem zweiten deutschen Einzelfahrer Oliver Böhme (Grumbach) mit Pamino. Er kam im Kegelfahren auf Platz 17 und beendete seine erste WM auch insgesamt auf Platz 17.
72 Fahrer aus 20 Nationen kämpften in Pratoni del Vivaro, rund 30 Kilometer von Rom entfernt, um den Weltmeistertitel im Einzel und in der Mannschaftswertung. Im Vorfeld befürchteten die Deutschen, dass es zur WM sehr heiß könnte, aber es blieb bewölkt, windig und statt der erwarteten 40 „nur" rund 28 Grad warm. „Es ist besser als im Trainingslager in Parma, da hatten wir tatsächlich 40 Grad", sagte Meyer. „So ist das Wetter ideal." Die deutsche Mannschaft trat als Vize-Weltmeister an und schon vorher hatte Bundestrainer Eckhardt Meyer nach Silber 2008 im polnischen Jarantow für diese WM als Ziel die Goldmedaille ausgewiesen. „Aber sogar noch Gold im Einzel, das hatten wir auch noch nie bei den Einspännern", freute sich Meyer. „Das war die sechste WM der Einspänner. Im ersten Jahr haben wir mit Platz sechs begonnen und uns jedes Mal um einen Platz verbessert“, freute sich Equipechef Friedrich Otto-Erley über diese Steigerung.
Das deutsche Team hatte nach der Dressur mit deutlichem Vorsprung geführt. Von einer „Gänsehaut-Dressur" sprachen die Zuschauer, von einer echten „Traum-Dressur" redete auch Bundestrainer Eckardt Meyer. Gemeint war die Vorstellung von Thorsten Zarembowicz mit Sunrise. Die Richter sahen das auch so und gaben ihm so hohe Noten, dass er nach der ersten Teilprüfung mit einer umgerechneten Strafpunktzahl von 35,20 mit mehr als sechs Punkten führte. Die anderen deutschen Fahrer waren bereits einen Tag zuvor in der Dressur gestartet und hatten ebenfalls starke Leistungen gezeigt. Mareike Harm belegte mit 43,90 Punkten Platz drei hinter dem Weltmeister von 2008 Jan van den Broek aus den Niederlanden mit 41,73 Punkten. Christoph Dieker kam mit 46,72 Punkten auf Platz vier. Detlef Böhlmann belegte mit Diaz mit 51,58 Platz sieben und Oliver Böhme kam mit Pamino auf 56,58 Punkte - Platz 20. „Wir sind hier optimal eingestellt worden und die Dressur von Thorsten war einfach ein Highlight", sagte Christoph Dieker nach der Dressur.
Nach einem gelungenem Dressurauftakt lief im Gelände nicht alles ganz so rund. Zarembowicz musste als erster deutscher Fahrer in die acht Hindernisse. Er fuhr im ersten Hindernis etwas zu weit raus, kam im zweiten zu stark mit der Hand, so dass es hier zu Problemen zwischen ihm und Sunrise kam. Erst nach dem dritten Hindernis wurde es dann immer besser, die Runden schneller und flüssiger. Mit Platz 18 war er aber dennoch bester Deutscher im Gelände. Gute Runden durch die Hindernisse zeigte Mareike Harm mit Do Marina. Im siebten Hindernis fielen allerdings zwei abwerfbare Teile bei ihr, so dass zusätzlich vier Strafpunkte zu ihrem Ergebnis hinzugerechnet wurden. Mit 77,29 Punkten kam sie auf Platz 32 im Gelände. Mit 78,14 Punkten kam Christoph Dieker mit Elmor im Gelände auf Platz 34. „Elmor ließ in den Hindernissen fünf und sechs kräftemäßig etwas nach, aber die beiden letzten Hindernisse waren dann wieder richtig stark", so Meyer. Detlef Böhlmann verfehlte direkt im ersten Hindernis ein Tor und bekam für „korrigiertes Verfahren" 20 Strafpunkte hinzugerechnet. „Er wäre sonst ganz nach vorne gekommen, aber die 20 Punkte fährst du eben nicht wieder rein", sagte Meyer. Bei Oliver Böhme fiel auch ein abwerfbares Teil, so dass zwei Strafpunkte zu seinem Ergebnis hinzukamen. Er war zweitbester Deutscher im Gelände und belegte mit 75,98 Punkten Platz 29.
Nach einem starken Gelände war das Schweizer Team an den Niederländern, die nach der Dressur hinter Deutschland Platz zwei belegten, vorbeigezogen. Am Ende gewannen die Schweizer die Silbermedaille mit 252,8 Punkten, das deutsche Team hatte 243,2 Punkte auf dem Konto. Bronze ging an das Team aus Österreich (164,1). Titelverteidiger Frankreich blieb mit Platz vier knapp hinter den Medaillenrängen zurück (272,6). In der Einzelwertung ging die Silbermedaille an den Polen Bartlomiej Kwiatek (122,68), Bronze gewann der Italiener Cristiano Cividini (126,16). (fn-press/evw) |
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