Nennung Online
Als erster deutscher Teamfahrer war der 21-jährige Michael Brauchle, der gestern die Geländeprüfung gewonnen hatte, in den Kegelparcours eingefahren. Er blieb fehlerfrei, schaffte es aber nicht in der erlaubten Zeit ins Ziel, so dass er auf 6,9 Punkte für Zeitüberschreitung kam. „Ich habe bei den Kegeln acht und neun kurz die falsche Leine gegriffen und auch auf der Linie elf, zwölf und 13 habe ich Zeit verschenkt, das summiert sich dann leider am Ende“, erklärte Brauchle, wie es zu den Zeitfehlern kam.

Auch Georg von Stein schaffe es nicht ganz in der Zeit, außerdem fiel bei ihm auch noch ein Ball, da sein rechtes Vorderpferd einen Kegel berührt hatte, so dass er auf 5,55 Punkte kam. Für die holländische Mannschaft hatten zwei Fahrer da schon jeweils nur drei Punkte gesammelt. Das bedeutete, dass das deutsche Team nur noch gewinnen konnte, wenn der niederländische Schlussfahrer Ijsbrand Chardon einen Fehler machte und gleichzeitig Christoph Sandmann eine Null-Runde schaffte. Mannschafts-Weltmeister Chardon unterlief kein einziger Fehler, so dass die Holländer schon jubeln konnten, bevor Sandmann in den Parcours eingefahren war. Er kam mit 0,94 Punkten für Zeitüberschreitung ins Ziel und platzierte sich damit in der Prüfung auf Rang sieben.

„Natürlich ist das schade, wenn man so dicht dran war, aber letztes Jahr war ich mit dem zweiten Platz schon sehr zufrieden und auch dieses Mal war nicht damit zu rechnen, dass es besonders im Gelände so gut läuft“, sagte Bundestrainer Ewald Meier (Meißenheim). Das Gelände hatte Michael Brauchle gewonnen, Georg von Stein platzierte sich auf Rang sechs und Einzelfahrer Rainer Duen (Friesoythe) kam auf Platz acht. Die erste Teilprüfung der Mannschaftswertung war die Dressur am Donnerstag. Hier belegte Christoph Sandmann Platz vier und Georg von Stein Platz neun, damit lag das deutsche Team nach der ersten Teilprüfung auf Platz zwei hinter den Niederlanden. Nach allen drei Teilprüfungen war dann das niederländische Team mit 284,65 Punkten vor der deutschen Mannschaft mit 287,12 Punkten. Platz drei ging an die Schweiz mit 298,97 Punkten.

Von den 25 Teilnehmern aus elf Nationen blieben am Sonntag nur fünf im Kegelparcours fehlerfrei. Diese starteten dann im Stechen. Hier setzte sich der deutsche Einzelfahrer Rainer Duen (Friesoythe) mit einer rasanten Runde durch und konnte sich über den Sieg und ein Preisgeld von 4.500 Euro freuen.

Erstmalig gab es in Aachen in diesem Jahr eine Trennung zwischen der Einzel- und der Mannschaftswertung. Während das Gelände am Samstag für beide Wertungen zählte, gab es eine Dressur am Mittwoch und ein Kegelfahren am Freitag für die Einzel- und eine weitere Dressur am Donnerstag und das Kegelfahren am Sonntag für die Mannschaftswertung. Nach der Dressurprüfung am Mittwoch, dem Kegelfahren am Freitag und dem Gelände am Samstag, stand der Sieger der Einzelwertung dann bereits fest. Es siegte zum dritten Mal der amtierende Weltmeister Boyd Exell aus Australien (126,73). Platz zwei (133,73) ging an den Niederländer Ijsbrand Chardon und Platz drei der Kombinierten Wertung an den US-Amerikaner Chester Weber (137,76).

Bester Deutscher war Georg von Stein auf Platz vier (150.31). Nicht nur Georg von Stein hatte sich durch eine gute Geländeprüfung vorgearbeitet, sondern auch Michael Brauchle. Nach Dressur und Kegelfahren noch auf Rang 18, belegt er am Ende Platz sieben (154,00). Christoph Sandmann, der nach einer guten Dressur und einem fehlerfreien Kegelfahren in der Einzelwertung auf Platz vier lag, hatte Probleme im Gelände und rutschte auf den 15. Platz (163,80) ab. Für Sandmann war es erst das zweite Turnier mit seinem Vierspänner in dieser Saison. Denn seine Pferde sind in diesem Jahr mit seiner 15-jährigen Tochter Anna und der 23-jährigen Stallmeisterin Carola Diener erfolgreich in den WM-Sichtungen für Zweispänner gestartet. Vor zwei Wochen ist Carola Diener in Greven Deutsche Meisterin der Zweispänner geworden. „Dadurch, dass die Mädchen viel gefahren sind, hatte er diese vier Pferde so noch nicht zusammen im Gelände gefahren, ein Pferd ist überhaupt noch nie so ein schweres Gelände im Vierspänner mitgegangen“, erklärte Meier. Die Einzelfahrer Rainer Duen und Christian Plücker (Waldeck) beendeten die Einzelwertung auf Platz 11 (157,34) und auf Platz 17 (174,81). (fn-press/evw)


Kombinierte Wertung Fahren
1. Boyd Exell (AUS); 126,73 (Dressur 35,97/Gelände 90,76/Hindernisfahren 0)
2. Ijsbrand Chardon (NED); 133,73 (37,76/92,97/3)
3. Chester Weber (USA); 137,76 (37,25/100,51/0)
4. Georg von Stein (Modautal); 150,31 (51,20/99,11/0)

Nationenpreis
1. Niederlande; 284,65
2. Deutschland; 287,12 (Michael Brauchle (Lauchheim)/Christoph Sandmann (Lähden)/Georg von Stein (Modautal)
3. Schweiz; 298,97

Weitere Informationen unter www.chio-aachen.de